Katja Hunold

Im Alter von vier Jahren entdeckte ich meine Faszination für Pferde, sehr zum Leidwesen meiner Eltern, die meinen vehementen und hartnäckigen Überredungskünsten nichts entgegenzusetzen hatten und mir im Alter von 11 Jahren meine erste eigene Ponystute schenkten. Mit ihr überlebte ich eine Reitermädchenzeit der Springturniere und halsbrecherischen Geländeritte. In den folgenden Jahren, insbesondere während des Studiums der Tiermedizin, entwickelte ich eigene Wege im Umgang und in der Kommunikation mit Pferden. Mich beschäftigten damals unter anderem die Möglichkeiten der physiotherapeutischen Gymnastizierung von Reitpferden, der zirzensischen Lektionen sowie der Freiheitsdressur. Und es mußte doch Möglichkeiten geben, mit den hochsensiblen Pferden anders zu kommunizieren als durch mechanische Gewalt! Durch Fortbildungen in Chiropraktik und Osteopathie vertiefte ich meine Kenntnisse der Biomechanik, und mir wurde klar, dass hier nicht nur die Grundlage vieler Behandlungstechniken, sondern auch Möglichkeiten zur Verfeinerung der Hilfengebung und Verbesserung der Bewegungsqualität liegen. Heute gilt mein Interesse neben der Akademischen Reitkunst auch der Anwendung der Gedanken von Feldenkrais auf die Biomechanik von Pferd und Reiter. Durch eine Ausbildung zur Instruktorin für Centered Riding, die Teilnahme an Kursen und regelmässigen Unterricht bei bekannten Ausbildern lasse ich mich immer wieder inspirieren. Die subtile Verständigung mit dem freien Pferd, ganz ohne mechanische Hilfsmittel, die genaue Abstimmung der Bewegungen aufeinander und die Freude und Initiative des Pferdes bei diesem Spiel sind bei allem das erklärte Ziel.
1994 zog ich mit meinen Pferden auf die alte Grützmühle im Süden Dänemarks – Grynmølle! Neben meinerArbeit als Tierärztin verwirklichte ich Stück für Stück meinen Traum vom besonderen Pferdehof. Heute bietet der Hof Grynmølle mit seinen inzwischen über 20 ha Lebensraum für Reitbegeisterte, Pferde, Hunde, Katzen und Rinder, mitunter auch für eine Schleiereule, die abends durch die Reithalle schwebt und einen jungen Fuchs, der sich heimlich aus der Katzenfutterschüssel bedient.